EURO 2024 – »Die EM kann kommen«

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Endlich ist es wieder da: Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft. Vorher war es nur dem Namen nach ein „Spiel“. Jetzt rollt Der Ball wieder nach vorne. Meistens rund um den, auch vielfach tätowierten, Fussballstar Toni Kross. Zweimal hintereinander Siege eingefahren, wann war das das letztes Mal? Weiß ich nicht mehr. Jedenfalls überzeugt mich die neue Truppe, des Landsberger Gewächs Julian Nagelsmann, (der nicht nur ähnlich heißt , wie ich, sondern bei mir im Ort um die Ecke aufwuchs. Wie der Thomas Müller übrigens auch. ) Heißt das, wir können uns auf eine ansehnliche FußballWM im Sommer freuen? Zumindest können wir diesmal eine EM genießen, bei der live einigermaßen wohl-temperiertes Klima herrscht, und für alle anderen, die Kombi Biergarten, Kastanien und Fußball-WM auf der Leinwand, höchste Freude bringt. Die Europameisterschaft ist Gast in Deutschland. Nachdem es die WM 2006 so etwas wie eine neue Coolheit des Deutschtums aufkam, oder so etwas in der Art proklamiert wurde und abgetan wurde, (vermutlich haben beide Seidenen bisschen recht) ist es nun an der Zeit ein bisschen Anwidere ein bisschen Coolheit, Anitspießigkeit und deutsche Muffigkeit abzulegen und wieder gemeinsam zu feiern und Genußfähigkeit zu beweisen .Hier kann Deutschland Vorreiter sein, denn nach all den gefühlten Millionen Debatten rund um die Masken, rund um die politischen Eskapaden, rund um die da Oben, jeder gegen jeden, ist etwas Coolness mehr als Gold wert. Auf diese Chance freue ich mich. . Der europäische Stier rennt über die Fußball Felder, und bringt hoffentlich Friede, Freude und Eierkuchen mit. Na ja vielleicht lieber, etwas frisches Obst. Man muss ja auf die Linie achten. Der Stier Europas, das ist Zeus. Der sich auf seinen amourösen Abenteuern in Griechenland gern als mächtiger Paarhufer ausgab, so konnte er Punkten. Und Europa, das fesche Mädel, ohne große Worte aufsprang und mit ihm gern Norden ritt. (Na ja, nicht ganz so freiwillig, wie uns Hesiod berichtet).

Tattoo-mäßig ist Fussball und Göttertum immer eine gute Entscheidung wenn es um ein neuen Körperschmuck geht. Wie wohl eine Mannschaft der Götter gegen die besten Fussballer der Welt aussehe, Halbgötter gewissermaßen. Dann würde der aufbrodelnde Zeus im Sturm gegen den unnervösen Rüdiger antreten, und würde er einmal an ihm vorbeiziehen, müsste dann die geballte Kraft des andonnernden Ball eher Neuer, .. oder … halten. Vielleicht wäre er auch unhaltbar und es würde schon gleich 1zu null für die Götter stehen. Hoffnung besteht darin dass der Zeus nicht allzugange am Ball bleiben würde, sprunghaft wie er ist, würde Zeus wohl kaum 90 Minuten durchhalten und schon nach kurzer Zeit einen Ausritt nach irgendwo machen. Dann haben wir die Chance anzugreifen,.. vielleicht mit .. und .. Die madrilene würden den umagilen Hephaistos umspielen, an dem Schöngeist Apollo vorbei, der sich niemals seinen Körper schmutzig machen würde, und dann, wenn der Torabschluß erfolgt, müsste der göttliche Torhüter Hermes auch zu bezwingen sein; insbesondere da auch er auf der Latte sitzend sich mit dem Publikum hinter ihm unterhalten würde.

Das wären schöne Spiele in Europa. Hoffen wir dass wir auch schöne Fußballmomente erleben wenn wir nur unter uns Menschen untereinander und gegeneinander antreten. Etwas Spiel und Lebenskultur gemeinsam gepflegt, würde dem angeschlagenen Europa und dem Rest der Welt guttun.

Ich jedenfalls freue mich auf ein Großereignis, das ruhig ein bisschen langweilig sein darf. Vielleicht so wie 2006 daheim, wo wir, mittendrin ausgeschieden, dennoch Weltmeister wurden, im Spiel, im Verkleiden, und in einer angenehm netten, unaufgeregten Feierlaune.

Text: Julian Bachmann

Grafik: Jonas Bachmann

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