PIERCING.2 • Durchbohrt und Erleuchtet

69
0

Durchbohrt und Erleuchtet: Die geheime Kraft der Piercings

Willkommen zu meiner ungewöhnlichen Reise durch die verworrenen Pfade des Gehirns, von der Pathologie zur Philosophie, gewürzt mit einer Prise Piercing-Charme. Als ein neugieriger Philosophiestudent wagte ich mich einst in die Tiefen der Pathologie. Ich wollte herausfinden, wo sich im Gehirn das Bewusstsein befindet, und wie es denn wohl aussähe. Ich fragte also einen Freund, der Medizin studierte, ob er mich mal in die Fakultät mitnimmt. Und das war dann irgendwann einmal soweit. An diesem Tag sollte ein Gehirn seziert werden, und ich durfte mit von der Partie sein. Endlich würde ich einem echten Bewusstsein gegenübertreten. (Für denjenigen, der sich über soviel Naivität wundert, soll gesagt sein: Natürlich! Auch ein Philosophiestudent in den ersten Semestern weiß schon, dass ein Bewusstsein keinen physischen Ausgangspunkt hat. Aber deswegen bleibt es trotzdem spannend, einmal in das Objekt hineinzuschauen, das in der Philosophie eine so große Rolle spielt.)

Es begann also an einem ganz normalen Tag an der medizinischen Fakultät: ein Freund zog mich in die Tiefen der Pathologie. Als wir den Raum betraten, in dem Gehirne seziert wurden, ahnte ich noch nicht, was auf mich zukommen würde. Plötzlich fand ich mich mit Latexhandschuhen veresehen in einem Kellerraum mit einem großen verchromten Tisch. Dann betrat ein Professor den Raum, er hatte einen Eimer in der Hand, dort drinnen, in einer Flüssigkeit, das Gehirn einer verstornbenen alten Dame. Der Professor legt mir das Gehirn in meine Hände und gab mir die Anweisung, es wie ein Ei zu zerlegen. Doch statt einem klaren Bewusstsein sah ich nur ein Durcheinander von Neuronen und Synapsen (die man natürlich nicht einmal sah) , alles eher wie ein Teller Spätzle. Dennoch war es eine Erfahrung, die mich nachhaltig prägte. Der Professor erklärte uns, dass das Gehirn ein komplexes Netzwerk von Arealen ist, den Brodmann-Arealen, die die verschiedenen Funktionen des Körpers repräsentieren und aktivieren können. Das war wie ein Geistesblitz für mich – genau wie beim Piercing! Diese Erkenntnis weckte meine Neugier und ich beschloss, mich genauer mit den Brodmann-Arealen zu befassen.

Und während ich über die Verbindung zwischen den Brodmann-Arealen und dem Piercing nachdachte, fiel mir auf, dass bestimmte Punkte am Körper, an denen man Piercings anbringen kann, ähnliche Funktionen haben könnten. Zum Beispiel könnte ein Piercing im Bereich des Frontalhirns die Kreativität und Entscheidungsfreude steigern, ähnlich wie das Piercing eines bestimmten Punktes am Körpers eine Reaktion im Gehirn auslösen kann.

Die moderne Gehirnforschung hat herausgefunden, dass das Stechen bestimmter Punkte am Körper nicht nur Schmerzen verursacht, sondern auch einen regelrechten Feuerwerk an neuronalen Aktivitäten im Gehirn auslösen kann. Es ist, als ob Ihr Gehirn sagt: “Hey, was passiert da unten? Lass uns mal sehen, was wir damit anfangen können!” Denken Sie nur an das berühmte Septum-Piercing – dieses kleine Schmuckstück, das Ihren Nasenrücken ziert und gleichzeitig Ihre Sinne schärft. Wenn Sie sich also fragen, warum Sie plötzlich nach dem Stechen dieses Piercings ein unerklärliches Verlangen nach scharfem Essen verspüren, können Sie dem Brodmann-Areal 27 danken, das mit der olfaktorischen Verarbeitung in Verbindung steht. Es ist wie ein Upgrade für Ihre Nasenschleimhaut! Und was ist mit dem Bauchnabelpiercing? Nun, sagen wir einfach, dass Brodmann-Areal 9, das für die emotionale Verarbeitung zuständig ist, sich überhaupt nicht beschwert hat, als es hörte, dass sein neuer Nachbar ein funkelnagelneues Schmuckstück bekommt.

Wer hätte gedacht, dass ein kleines Piercing eine solche Freude im Gehirn auslösen könnte?

Und wenn Sie wirklich mutig sind und sich für ein Zungenpiercing entscheiden, dann bereiten Sie sich darauf vor, das Brodmann-Areal 44 in eine wahre Achterbahn der Geschmacksempfindungen zu verwandeln. Vielleicht werden Sie sogar zum Feinschmecker, der feinste Nuancen von Geschmack und Textur erkennen kann – oder zumindest werden Sie Ihre Mahlzeiten mit einem Hauch von Piercing-Charme genießen.

Also, bevor Sie das nächste Mal überlegen, sich ein neues Piercing zuzulegen, denken Sie daran, dass Sie nicht nur Ihren Körper verschönern, sondern auch Ihr Gehirn auf eine ganz neue Weise stimulieren. Es ist wie eine wissenschaftliche Expedition, bei der jeder Stich ein neues Kapitel in der faszinierenden Geschichte Ihres Gehirns aufschlägt. Und wer weiß, vielleicht entdecken Sie dabei sogar ein bisher unentdecktes Brodmann-Areal – das Areal des mutigen Piercing-Pioniers!

Auch anders herum wäre es ja denkbar. Ein Piercing mitten im Gehirn. Wie würde das wohl aussehen? Wir betreten hier ein Terrain, das so rätselhaft ist wie die Entscheidung, sich ein Septum-Piercing zu verpassen.

  1. Das Frontalhirn (Brodmann-Areal 6): Wie das Nasenpiercing, das jedem sagt:
    “Hier kommt eine mutige Seele!”, ist das Frontalhirn der Dreh- und Angelpunkt für Entscheidungen und Persönlichkeit. Ein Piercing an dieser Stelle könnte dich vielleicht dazu bringen, spontaner zu sein – oder zumindest deine Freunde dazu zu bringen, sich über dene neuesten Ideen zu wundern.

  2. Der parietale Cortex (Brodmann-Areal 5): Dieses Areale ist wie das Ohrpiercing der Gehirnlandschaft – es ist empfindlich und spielt eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von sensorischen Informationen. Ein Piercing hier könnte deine Wahrnehmung schärfen und dich zu einem Meister der Details machen. Oder es könnte einfach nur wehtun.

  3. Das limbische System (Brodmann-Areal 28): Hier liegt die emotionale
    Achterbahnfahrt deines Gehirns. Ein Piercing in diesem Bereich könnte deine Gefühle verstärken oder – je nachdem, wen du fragst – deine Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen. Aber wer braucht schon rationale Entscheidungen, wenn man stattdessen mit einer Achterbahn der Gefühle fahren kann?
    Der visuelle Cortex (Brodmann-Areal 17): Vergiss das Augenbrauenpiercing – hier geht es um die wahre Sehenswürdigkeit. Ein Piercing in diesem Bereich könnte deine Sicht auf die Welt verändern, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Vielleicht siehst du plötzlich mehr Farben oder Formen, oder du beginnst, die Welt auf eine völlig neue Weise zu interpretieren. Oder du siehst einfach nur cooler aus.

  4. Der visuelle Cortex (Brodmann-Areal 17): Vergiss das Augenbrauenpiercing – hier geht es um die wahre Sehenswürdigkeit. Ein Piercing in diesem Bereich könnte deine Sicht auf die Welt verändern, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Vielleicht siehst du plötzlich mehr Farben oder Formen, oder du beginnst, die Welt auf eine völlig neue Weise zu interpretieren. Oder du siehst einfach nur cooler aus.

    Das auditorische Cortex (Brodmann-Areal 41): Ein Piercing in diesem Bereich könnte deine Hörfähigkeiten verbessern – oder zumindest deine Toleranz gegenüber lauter Musik erhöhen. Hör auf deine Lieblingslieder und lass die Welt um dich herum verschwimmen, während deine Neuronen im Takt feuern.

  5. Das auditorische Cortex (Brodmann-Areal 41): Ein Piercing in diesem Bereich könnte deine Hörfähigkeiten verbessern – oder zumindest deine Toleranz gegenüber lauter Musik erhöhen. Hör auf deine Lieblingslieder und lass die Welt um dich herum verschwimmen, während deine Neuronen im lakt feuern.

  6. Beim Piercing geht es nicht nur darum, modisch zu sein – es kann auch eine tiefe Verbindung zu den innersten Bereichen unseres Gehirns herstellen. Also, wenn du das nächste Mal überlegst, dir ein neues Piercing zuzulegen, denk daran, dass du nicht nur deinen Körper schmückst, sondern auch dein Gehirn in Schwung bringst. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du dabei sogar ein bisher unbekanntes Brodmann-Areal – das Areal des unerschrockenen Piercing-Abenteurers!

    Und so endet meine Geschichte, mit einem Philosophiestudenten, der nicht nur ein Gehirn sezierte, sondern auch eine neue Sichtweise auf das Leben und das Bewusstsein gewann – alles dank einer unerwarteten Begegnung in der Pathologie und einem Hauch von Piercing-Charme. Denn am Ende, meine Freunde, ist das Leben wie ein Piercing: eine Erfahrung, die Schmerz und Freude vereint und uns am Ende mit einem neuen Glanz zurücklässt.

    Epilog

    Als ich die sterilen Hallen der Pathologie hinter mir ließ, tauchte ich ein in eine Welt voller Leben und Bewegung. Das gedämpfte Licht des Operationssaals wich dem grellen Sonnenschein des Englischen Gartens. Die frische Luft trug den Duft von Blumen und frisch gemähtem Gras mit sich, während ich durch das satte Grün schlenderte.

    Um mich herum pulsierte das Leben in all seinen Facetten. Menschen verschiedenster Art und Herkunft bevölkerten den Park. Ihre Gedanken und Gefühle waren wie ein unsichtbares Geflecht, das den Raum durchzog. Ich konnte mir nicht helfen, während ich sie betrachtete, fragte ich mich, wo sich wohl ihre versteckten Piercings befänden und welche Neuronen gerade durch ihr Gehirn blitzten.

    Ein Lächeln huschte über mein Gesicht, als ich den Eisbachkiosk erreichte. Ein kaltes Bier in der Hand, die Sonne auf der Haut und das lebendige Treiben um mich herum ließen mich die Welt für einen Moment vergessen. Es war ein Moment der Ruhe und des Friedens inmitten des hektischen Lebens, und ich beschloss, ihn voll und ganz zu genießen. J.B.

    P I E R C E DText: Julian Bachmann

    Grafik: Jonas Bachmann

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *