Biodiversität

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Naturwiese statt Steingarten, Löwenzahn und Gänseblümchen statt Rosen, wuchernde Wildnis statt englischem Rasen, der mit der Nagelschere gestutzt wird: Natur wird wieder hip!

Nach und nach setzt sich in vielen Bereichen die Erkenntnis durch, dass vermeintlich asiatisch-asketisch gehaltene Kies-Vorgärten und Rasenflächen, die mehr an einen Fußballplatz als an einen gemütlichen Garten erinnern, nicht nur ästhetisch ziemlich zweifelhaft, sondern auch ökologisch betrachtet absolute Vollkatastrophen sind.

Rollrasen, der sich tatsächlich kaum noch von grünem Teppich unterscheidet, ist für viele Insekten und Kleintiere vollkommen unattraktiv, und dementsprechend sinkt die Zahl an Krabbeltieren in solchen Umgebungen, was sich wiederum auf die Population von Vögeln auswirkt, denen damit die Nahrungsgrundlage wegfällt – und so weiter und so fort.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurde immer deutlicher, dass die Natur ein unglaublich filigranes und komplexes Gebilde ist, dass mit sensibelsten Auswirkungen auch auf kleinste Veränderungen reagiert; selbst das Fehlen auch nur einer einzigen Art von Kleinstlebewesen in einer bestimmten Region kann zu Kettenreaktionen führen, die unvorhersehbare Folgen hat.

Bezeichnungen wie Unkraut oder Ungeziefer sind passé – jedes Pflänzchen, jedes Krabbeltier hat seine Berechtigung und trägt seinen Teil zur Biodiversität und zur Vollkommenheit der Natur bei, an der nichts überflüssig oder verzichtbar ist.

Und das beste an der neuen Naturliebe ist: sie ist für Gartenbesitzer viel weniger arbeitsintensiv, denn die Natur macht das alles schon selbst, ohne Unkraut jäten, ohne Beete anlegen, ohne Rosenhecken stutzen. Bleibt mehr Zeit, um sich entspannt mit einem Kaltgetränk in den verwilderten Garten zu setzen und die bunte Vielfalt der Natur zu bestaunen!

MOTIV • Tattoo von Tattoo AnansiBiodiversität – Vielfalt des LebensText: Dirk-Boris Rödel

Grafik: Jonas Bachmann

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